… die Kunstwerke werden immer ausladender, die Museen und Ausstellungshallen immer beleibter – die Künstler überbieten sich in der Produktion, die Ausstellungsmacher im Darbieten von Monumenten, von Mahnmalen, Denkmalen und Grabmalen ihrer selbst. Damit werden die Betrachter, die Kunstliebhaber immer kleiner, bis sie sich schliesslich als herumkriechende Guckameisen wiederfinden.

Ist es wirklich das, was diese wollten? Auch noch von der Kunst erdrückt zu werden? Reicht es ihnen, zur Kunst – genauer: zu dem, was als Kunst dargeboten wird – hinaufzuschauen wie die Römer zur Säule des Traian und dann, nach dem Genuss des Süppchens im Museumsbistro, im Museumsshop geweihte Kunstandenken und Künstlerheiligenbilder zu kaufen und nach Hause zu tragen? Und dort allen Zweitbewunderer zu zeigen? Und von all ihren erlebten Sensationen zu berichten?

Eine masochistische Ader scheint die Kunstliebhaber zu durchziehen …

… Rilkes Ermahnung: Dem unfassbaren Flüchtigen einen Augenblick des Ersichtlichen zu verleihen …